Museum Uranbergbau
Traditionsstätte des Sächsisch - Thüringischen Uranerzbergbaus
 

Bergbaugeschichte hautnah erleben – 20 Jahre Museum Uranbergbau

Das Museum Uranbergbau wurde am 20. Juli 1996 im Bad Schlemaer Kulturhaus „Aktivist“ als Traditionsstätte des Sächsisch – Thüringischen Uranerzbergbaus eröffnet. Aus diesem Anlass begrüßte der damalige Bürgermeister Konrad Barth zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens. Viele Bergleute waren anwesend. Sie waren sehr gespannt, welche Wertung ihr Leben und ihre Tätigkeit erfuhr. Zum damaligen Zeitpunkt ahnte wohl niemand, welchen großen Umfang das Museum einmal annehmen würde.
Die Idee zur Errichtung einer Traditionsstätte ging vom damaligen Bürgermeister Konrad Barth aus. Maßgeblich umgesetzt wurde dieses Projekt durch die Arbeitsfördergesellschaft der Wismut GmbH, welche mehrere Maßnahmen auf der Grundlage von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Haus durchführte.
Schlema war auf dem Weg zum Kurbad, zum damaligen Zeitpunkt eine unfassbare Vorstellung. In einer vom Bergbau zerstörten Region sollte der Kurbetrieb aufgenommen werden. Viele empfanden solche Vorstellungen geradezu als Witz. Hinzu kam die oftmals unsachliche Darstellung der unterschiedlichsten Belastungen, welche aus dem Uranerzbergbau der ehemaligen Sowjetisch - Deutschen Aktiengesellschaft resultierten. Es wurde eine Einrichtung benötigt, wo sich Besucher und zukünftige Kurgäste sachlich informieren konnten.
Die Erforschung der Arbeits- und Lebensbedingungen in der Uranbergbauregion ist aus diesem Grund ein zentraler Arbeitsschwerpunkt des Museums. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Darstellung des Wandels der Gemeinde Bad Schlema vom ehemals fünftgrößten Kurbad Deutschlands, über einen vom Bergbau zerstörten Ort, hin zum jüngsten Kurbad Sachsens.
Im Jahre 1999 wurde Schlema als dezentrales Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 registriert. Das Museum wurde um 4 Ausstellungsräume erweitert, welche sich im Schwer-punkt mit dem Uranerzbergbau im Schlematal und dessen Auswirkungen auf die Umwelt beschäftigen. Die Tätigkeit des Sanierungsunternehmens Wismut GmbH bei der Sanierung der Bergbaufolgelandschaft findet ebenso wie die Entwicklung Bad Schlemas zum modernen Kurort seine Würdigung.
Fotografien, Maschinen und Geräte vervollständigen den Blick auf die Vergangenheit. Der gefährlichen und aufopferungsvollen Tätigkeit der Grubenwehr ist ein Ausstellungsraum gewidmet. Eine schöne Kollektion von einheimischen Mineralien erfreut die Herzen von Mineraliensammlern.
Für künstlerisch anspruchsvolle Besucher ist eine Gemäldeausstellung mit über 20 Werken aus dem Sammlungsbestand des Sanierungsunternehmens in ihrer Vielfalt eine Überraschung. Das jüngste Projekt ist der mehr als 6 Meter lange Schlemaer Heimatberg, welcher mit über 60 geschnitzten Figuren bestückt wurde und wo bald auch eine Grubenbahn unter Tage ihre Runden drehen wird.
Im Außengelände des Kulturhauses ist schwere Grubentechnik ausgestellt. Grubenlokomotiven und Maschinen vermitteln ein Bild über den technologischen Entwicklungsstand des Bergbaubetriebes am Ende der 80er Jahre.
Seine ganz persönliche Note erhält das Bergbaumuseum durch die zahlreichen Leihgaben und Schenkungen von ehemaligen Bergleuten und deren Familienangehörigen.
Nicht zu unterschätzen ist der Beitrag des Vereins zur Wiedereröffnung und Entwicklung des Kur- und Heilbades Schlema e. V., der Wismut GmbH, der Kurgesellschaft Schlema mbH und des Traditionsvereins Wismut. Ohne deren Unterstützung wäre die Unterhaltung des Museums für die Gemeindeverwaltung Bad Schlemas eine kaum zu bewältigende Aufgabe.
Zahlreiche Eintragungen im Gästebuch des Museums zeugen von der Anerkennung der Leistungen der Mitarbeiter des Museums durch die Besucher. Hier seien einige Eintragungen genannt.
So schrieben Ineke und Ed van Es (Niederlande): „ Unglaublich, so viel gibt es hier zu sehen! Es war völlig unbekannt für uns. Von Urangewinnung in diesem Teil Deutschlands. Haben wir nicht gewusst. Im Vergleich mit Elliot Lake Ontario in Canada eine ganz andere Gewinnung. Sehr interessant, herzlichen Dank!“
Herr Prof. Dr. B. Freyer schrieb im Dezember 2010: „Glückwunsch Herrn Meinel und seinem Team für die anspruchsvolle, realistische Darstellung der Geschichte des Uranbergbaus im Erzgebirge. Die Ausstellung trägt in anschaulicher Weise zur Wissensvermittlung und zum Ausräumen unrealer Vorstellungen über die Wismut bei. Ich wünsche Ihnen noch viele zufriedene Museumsgäste und dem Museum noch einen langjährigen Bestand!“ Und in einer der letzten Eintragungen, vom 17. April 2016, schrieb Familie Eichhorn aus Dresden: “So wird aus einem Museumsbesuch eine Erlebnisführung mit einem neuen Blick auf Bergbau, Geschichte und DDR-Vergangenheit. Selten einen so kurzweiligen und interessanten Museumsbesuch mit so vielen neuen Erkenntnissen gehabt. Vielen Dank!“
Durch den Verein zur Wiedereröffnung und Entwicklung des Kur- und Heilbades Schlema e.V. wird gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und dem Leiter des Museums eine Sonderausstellung „20 Jahre Museum Uranbergbau“ für den Monat Oktober 2016 vorbereitet.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen folgendes Video:

Wismut Uran - Bergbau 1/2

Im vergangenen Jahr besuchte die sächsische Staatsministerin für Kultur und Wissenschaft, Frau Eva Maria Stange das Museum Uranbergbau und informierte sich über die Arbeit des Museums vor Ort.



 
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