Besiedlungs- und Bergbaugeschichte Schlemas
 

Nach erstmaliger urkundlicher Erwähnung im Jahre 1393 wurde Schlema (damals Sleme genannt) von fränkischen und thüringischen Bauern besiedelt.

Später kamen Bergleute aus dem Harz dazu. Der Bergbau blieb für die Gemeinde und seine Bewohner bestimmend, damals vorwiegend der Eisen- und Kupferbergbau. Als es im Jahre 1471 zu den großen Silberfunden am Schneeberg kam und die neu entstandenen Bergwerke mit ihren unzähligen Stollen eine Entwässerung brauchten, mussten viele bergbautechnische Meisterleistungen erbracht werden.

Eine davon war der um 1503 begonnene Bau des Entwässerungsstollens "Markus Semmler" mit einer Gesamtlänge von über 42 km und einer Tiefe von ca. 115 m unter dem Schneeberg.

Für die Schmelzhütten und Schächte benötigte man große Mengen an Holz. In nur drei Jahren (1556 - 1559) wurde vom Rechenhaus in Bockau bis zum Zechenplatz in Schlema der für den Holztransport dringend gebrauchte 14 km lange Floßgraben gebaut.

Seine Blütezeit erlangte Schlema jedoch erst in den Jahren 1918 bis 1946, als der Ort zum weltbekannten Radiumbad Oberschlema aufstieg.

Nach dem II. Weltkrieg wurde Schlema durch den Bergbau stark geprägt und erreichte Mitte der 60iger Jahre seinen Höhepunkt. Über die Hälfte des Territoriums Schlema wurde dem Bergbau geopfert. Erst mit Beginn 1990 wurden im Zuge der Sanierung umfangreiche Renaturisierungsmaßnahmen vollbracht. Die Bergbaufolgelandschaft erlangte wieder Leben, die Infrastruktur wurde hergestellt, der Beginn einer Renaturisierung beschleunigt.